Vorwort

Wir hören Musik; glauben, dass sie ganz neu sei, doch in Wirklichkeit hat sie Wurzeln in der tiefen Vergangenheit. Von heutigen Menschen gemacht, erhält sie erst das Zeitgenössische, manchmal Zeitlose. Das gilt auch für die Ergebnisse, die uns Jahr für Jahr in Göttweig beschert werden. Möglich wird dies durch ein ReferentInnen-Team, das nicht nur multi-nationale, sondern vor allem auch multiregionale Ideen einbringt.

Neu im Team sind Marcelo Costa und Markus Prieth. Costa setzt die Tradition brasilianischer ReferentInnen fort und wird sich auf Cajon und Pandeiro konzentrieren. Markus Prieth – Mitglied u.a. in der Südtiroler Formation Opas Diandl – bietet Jodeln an, womit dieser alpinen Vokalkunst ein weiterer Schwerpunkt in Göttweig gehört: Gleich mehrere ReferentInnen werden sich dem Jodeln widmen. Die Urkraft des Schreiens als heutige Kunstausübung, die ungebremste Lebensfreude in genauen musikalischen Ideen - das macht den Jodler eigentlich aus. Archaische Charakteristik und zeitgenössische Ausformung: Immer wieder dürfen wir staunen, wenn Evelyn Fink-Mennel und ihr Team Tradition als Weitergabe des Feuers begreifen und uns zeigen, dass es kein bemühtes Genre-Crossing braucht, dass vielmehr die „Sehnsucht nach Konkretem“ (E.Fink) erfüllt werden will. Nichts weniger hat die 19. Musikwerkstatt auf ihre Fahnen geschrieben. Fast schon hat Evelyn genau so viele Ausgaben der Werkstatt geleitet wie ihr Vorgänger Rudolf Pietsch. Gerade ihn als Referent ins Team zu holen, verspricht spannende Begegnungen, garantiert lebendige Pädagogik, verspricht Auskünfte eines Gewährsmannes erster Güte.

Dies eine Woche lang zu erleben, sind wieder alle Interessierten jeglichen Alters eingeladen. Die Erwartungen dürfen hoch sein!

 

Albert Hosp, Kurator von Glatt&Verkehrt seit 1997, ORF-Radio-Ö1-Journalist seit 1989.

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