Programm

„So viel von unserer Geschichte liegt begraben, nur Umrisse davon sind erkennbar.“ Solche nachdenklichen Worte scheinen nicht zum Calypso, diesem lebensfrohen Musikstil der Karibik, zu passen. Und doch stammen sie von Drew Gonsalves, dem Frontmann von Kobo Town. Die Band hat ihren Namen übrigens von jenem Stadtviertel von Port-of-Spain, das als Geburtsstätte des Calypso bezeichnet wird. Der in Trinidad geborene, in Toronto lebende Gonsalves schreibt weiter: „Spanische Galeonen, Sklavenschiffe, Fischerkähne, Öltanker und U-Boote liegen am Grund dieses vielbereisten Teiles des Ozeans, bedeckt vom Wasser, das zwischen unseren Inseln und der Welt da draußen gleichzeitig Barriere und Brücke ist.“ Die Faszination des Calypso beruht natürlich auf afrokaribischen Elementen, die dem Publikum sofort in die Beine fahren; aber Calypso hat auch eine stark textliche Komponente. Die ursprünglich improvisierten Lyrics behandeln immer wieder alltägliche Probleme der karibischen Communities und thematisieren Armut, Heimatlosigkeit, Korruption und Rassismus. Die Musik dient so als Vehikel für Protest und Poesie, auch im durch Reggae und Ska beeinflussten Sound von Kobo Town. Drew Gonsalves betreibt nach eigener Aussage „Calypso-Journalismus am Dancefloor“.

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