Wir trauern um unseren Freund und langjährigen Leiter der Musikwerkstatt Rudi Pietsch, der in der Nacht zum 5.2. nach schwerer Krankheit gestorben ist.

Am Samstag, 29. Februar um 15 Uhr, findet ein Gedenkgottesdienst mit viel Musik in der Stiftskirche von Göttweig statt.


Wir trauern um unseren Freund und langjährigen Leiter der Musikwerkstatt Rudi Pietsch, der in der Nacht zum 5.2. nach schwerer Krankheit gestorben ist.

Am Samstag, 29. Februar um 15 Uhr, findet ein Gedenkgottesdienst mit viel Musik in der Stiftskirche von Göttweig statt.

 

Der Rudi - in memoriam Rudolf Pietsch

Rudolf Pietsch 1951-2020

Er war Dr. Rudolf Pietsch, 1988 Assistenzprofessor an der damals noch Hochschule für Musik und darstellende Kunst genannten „mdw“, Anfang der 1990er interimistischer Leiter der Lehrkanzel für Geschichte und Theorie der Volksmusik, 2011-2016 stellvertretender Leiter des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie.

Er war der Rudi, ohne Titel und Nachnamen.

Er war Geiger. Sänger. Bandleader. Ja, Band darf es heißen, denn Rudi Pietschs Art, Musik zu machen, liess keinen Zweifel daran: Österreichische Volksmusik, traditionelle Volksmusik, kann genauso begeistern wie Blues oder Tango.

Mit Rudi Pietsch wurde Volksmusik cool, und er hatte hart daran gearbeitet. Das beginnt in den 1970er Jahren, als der 23- Jährige mit dem Heanzn-Quartett und später mit den steirischen Tanzgeigern nichts anderes tat, als pure, ungekünstelte Volksmusik zu spielen, mit Kolleg/innen wie Hermann Härtel (der mit den Citoller Tanzgeigern bis heute ähnliches leistet), Walter Burian (der weltbeste Sekundgeiger) oder Franziska Stockhammer-Pietsch (seine spätere Ehefrau, die 2001 an Krebs starb).

Niemand, der Rudi live spielen erlebte, wird das vergessen: Er war vom ersten Takt an unter Strom, schien mit jedem Ton abzuheben, trommelte mit dem Bogen auf die Saiten, dass das Kolophonium staubte. Gleichzeitig konnten sich alle in seiner Musik fallenlassen, der Rhythmus war felsenfest, so wie es gute Tanzmusik braucht, egal ob Polka, Boarischer, Walzer oder Galopp. Dazwischen ließ er Jodler vom Stapel, langsame, instrumentale, überirdische Geigenjodler.

Das alles taten - und tun - auch andere, aber Rudi hatte gehörigen Anteil daran, dass es eben auch andere tun wollten.

Pietsch war ein Katalysator, ein Ermöglicher, ein Vermittler, während des Universitäts-Jahres an der mdw, im Sommer auf zahlreichen, besser gesagt zahllosen, Kursen, von Lockenhaus bis Göttweig und drüber hinaus. Er leitete über zehn Jahre lang die Musikwerkstatt der Festivals „Glatt&Verkehrt“ (Auch der Festival-Titel ist der tatkräftigen Mitwirkung Pietschs zu verdanken.)

Mit 68 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben, hinterlässt er so gesehen keine Lücke, sondern ein weites Feld, das zu bestellen nun alle aufgerufen sind.


Albert Hosp

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