Vorwort Musikwerkstatt 2011

West- 'n' Ostinatos

Jährlich zur Marillenernte versammelt die Werkstatt Glatt&Verkehrt MusikerInnen aus aller Welt für eine Woche Kreativarbeit im Stift Göttweig. Ein wunderbar ostinater Zustand: eigensinnig, hartnäckig, stetig wiederkehrend, und jährlich zur Marillenernte im Stift Göttweig. Selbstredend gehört der Begriff ins musikalische Fach und spielt in Hochkunst und Popularmusik als Figur eine differenzierte Rolle. Zutiefst existentiell berührt uns der Zustand von der Wiege bis zur Bahre. Und wie! Eigenartig swing-orientiert und nach außen kaum in Erscheinung tretend pulsiert alles Körperliche nach dem rhythmischen Ostinato des Herzschlages. West- ’n’ Ostinatos: ein Wortspiel mit beabsichtigt vielschichtigen, musikalischen, geografischen und gesellschaftspolitischen Assoziationsmöglichkeiten, dem das Referententeam 2011 Rechnung tragen wird. Seinen Einstand in Göttweig feiert das Aushängeschild des Österreichischen Gipsy-Swing, der Gitarrist Harri Stojka. Afro-brasilianische Perkussion mit Adriano Adewale wird uns täglich „bewegen“ und westeuropäische Bordun-Musiktraditionen und mehr erwarten uns mit Rémi Decker. Hans Hasslers Herztöne pulsieren und räsonieren am Akkordeon und atemberaubend eigensinnig bringt Juan Pablo Villa das Instrument Stimme zum Klingen.

Die Struktur der Kurswoche bietet ausgiebig Gelegenheit, in Kernzeiten mit dem gewählten Wunschreferenten zu arbeiten, in referentenübergreifenden Nachmittagstudios Neues zu probieren, in Sessions Rollen und Repertoires zu festigen und an der täglichen Tanz-Bar abzutanzen. Plenumseinheiten bieten die Möglichkeit, mit allen ReferentInnen praktisch zu arbeiten. Der Kurs richtet sich an alle
Instrumentengruppen und Stimmlagen und versteht sich als ideale Fortbildungsmöglichkeit für bereits bestehende Ensembles. Garantiert lässt das diesjährige Angebot auch ihr Herz schneller schlagen.

Seien Sie herzlich Willkommen!

Evelyn Fink-Mennel

"In der Veränderung liegt die Beständigkeit. Ein mögliches Motto, mit dem die Werkstatt getrost in ihr zwölftes Jahr gehen kann." (Albert Hosp)