15. Festival Glatt&Verkehrt
Ich bin einer von denen, die – und für mich ist das sehr wichtig – denken, dass Menschen von einem Ort stammen. Idealerweise stammen wir von einem Ort, haben unsere Wurzel an einem Ort, aber unsere Arme strecken wir aus in die ganze Welt, lassen uns inspirieren von den Ideen der verschiedenen Kulturen. (Eduardo Chillida)
Liebes Publikum!
Glatt & Verkehrt zum 15. Mal! Das fordert zum Nachdenken auf, wo wir jetzt stehen und uns hinbewegen. Manches von dem, was in den letzten anderthalb Jahrzehnten bei Glatt&Verkehrt zu entdecken war, findet sich inzwischen auf größeren Bühnen, als es sie bei diesem Festival je gab und geben wird. Zugleich ist es in der vernetzten Welt leichter geworden, sich mit Musik aus entlegensten Winkeln des Globus zu umgeben, der Doppelklick holt sie bequem ins Wohnzimmer…
Doch der erste Ort der Musik ist dort, wo Platz für direkte Begegnungen ist. In der traditionellen Musik sind Spielende und Hörende identisch: hier gibt es keine Zuschauer, nur Beteiligte. Wenn KünstlerInnen und Publikum, also Sie, hier gerne herkommen und wiederkommen, dann liegt es auch an der besonderen Atmosphäre der Nähe im lauschigen, weinbewachsenen Innenhof der Winzer Krems, seit Beginn Schauplatz von Glatt&Verkehrt. Und erst recht der Nähe an den vielen kleinen, intimen Orten, die im Lauf der Jahre dazugekommen sind: Gasthäuser und Heurigen, das Stift Göttweig, Kirchen und Kapellen… Orte in der uralten Kulturlandschaft Wachau, an denen Begegnungen zwischen der „Welt“ und der Region stattfinden, sich Inspiration ergeben kann.
Dieses Jahr erstmals dabei: die Heurigen Denk in Weissenkirchen und Rehrl-Fischer in Rossatz, der Prandtauerhof in Joching, die Fessl-Hütte im Waldhof hinter der Ruine Dürnstein. Sie bilden den passenden Rahmen für vier Vertreter neuer Liedkultur und Literatur – die Entscheidung zwischen den drei Terminen am selben Sonntagnachmittag wird schwerfallen!
Die Glatt&Verkehrt-Ausgabe Nummer 15 umfasst 27 musikalische Begegnungen, mehr und an mehr Spielstätten als je zuvor. Und doch herrscht keine Beliebigkeit. Jeder der fünf Abende auf dem Festival-Stammplatz bei den Winzern Krems hat sein klar definiertes Thema, wie das übergreifende Genre Soundpoesie und Sprachmusik, von Attwenger über die New Yorkerin Shelley Hirsch bis in den Bregenzer Wald. Oder Länder-Reisen: nach Mexiko, ins „Neue“ England, zu „afrikanischen Mischungen“, und schließlich in drei stolze spanische Städte.
Kommen Sie mit? Herzlich willkommen!
Jo Aichinger, Johann Kneihs & Albert Hosp