„Eine Weltreise für die Seele“ (Die Presse 2008)
„Vergessen Sie alles, was Sie über Volksmusik zu wissen glauben! ... Hier zeigt sich, was passiert, wenn man der Volksmusik aller Herren Länder ausreichend Platz zum Ausbrechen gibt.“ (jazzzatlas 2007)
Tradition und Aufbruch, alt und neu, gehören zusammen wie die Maschen des Strickmusters – bei Glatt&Verkehrt wird in diesem Spannungsfeld musiziert: dieses Festival fragt nicht nach Stilen und Gattungen, sondern nach Regionen, Herkunft und Wurzeln.
Seit 1997 Jahren lässt sich bei diesem einzigartigen Festival erfahren, was es an originellen, spannenden und sehr qualitätvollen Dingen im weiten Feld jener Musik gibt, die sich auf bestimmte ethnische Traditionen beruft. Was die KünstlerInnen, die aus aller Welt in die kleine niederösterreichische Stadt Krems a.d. Donau anreisen, verbindet, ist - egal ob sie sich traditioneller Volksmusik, dem Jazz, der Klassik oder der Avantgarde verschrieben haben - die Auseinandersetzung mit ihren eigenen musikalischen Wurzeln.
Zwei Wochen Ende Juli stehen ganz im Zeichen dieser außergewöhnlichen Klänge aus aller Welt und locken rund 5200 Besucher (zum Teil Stammpublikum) in die Wachau. Die erfolgreiche Musikwerkstatt in Stift Göttweig legt unter neuer Führung (Evelyn Fink-Mennel) ihren Schwerpunkt noch mehr auf zeitgenössische Musik. Fixpunkte des Programms sind Konzerte beim Spitzer Marillenkirtag, im Klangraum Krems Minoritenkirche, beim Heurigen Zöhrer sowie 5 Tage Hauptprogramm bei den Winzern Krems, Sandgrube 13.
Geschichte
Im August 1997 bevölkerten mehr als hundert Musikanten aus ganz Europa die Bühne der Winzer Krems und neben ihren Auftritten auch die Kunsthalle Krems und die ganze Stadt – ein ganzes Hotel wurde von den Musikern für eine Woche okkupiert. Ein Festival fand statt, das unter dem Motto „Glatt&Verkehrt“ 18 Gruppen aus 17 verschiedenen Ländern versammelte. Jene erste Ausgabe von “Glatt&Verkehrt” wurde gemeinsam mit der European Broadcasting Union veranstaltet, und damit auch der Grundstein zur engen Zusammenarbeit mit dem Radioprogramm Ö1 des ORF gelegt.
1999-2006 wurde jeweils eine CD mit Höhepunkten des Festivals vom ORF herausgegeben.
Der Hauptspielort des Festivals
Er wurde „entdeckt“, als man für ein Akkordeonfestival 1995 geeignete Aufführungsorte suchte: Der überdachte Innenhof des Hauptgebäudes der größten österreichischen Winzergenossenschaft „Winzer Krems“ in der Sandgrube 13, bietet Fassungsraum für ca. 1000 Besucher, mit einem herrlichen Ausblick über die ganze Stadt, auf die Donau bis zum Stift Göttweig.
Aus dem Keller der Winzer Krems kommen erlesenste Weine und im Zeltglände des Festivals werden Speisen aus der Region geboten. Damit ist dieser Ort prädestiniert für ein langes Sommerwochenende – Musik, Essen und Trinken – alles auf höchstem Niveau.
Weitere Veranstaltungsorte
Eine Woche lang gewährt das prächtige Stift Göttweig den TeilnehmerInnen und ReferentInnen der Musikwerkstatt Unterkunft. In harter Arbeit und mit viel Spaß wird hier so ziemlich alles gelehrt, was mit traditioneller und vermehrt auch mit zeitgenössicher Musik zu tun hat.
Die seit 2005 sehr erfolgreich stattfindendende Heurigenmusik am Sonntag Nachmittag beim Heurigen Zöhrer wird fortgesetzt.
Mit dem Arkadenhof im Minoritenkloster in Stein wurde neben dem Klangraum Krems Minortienkirche ein neuer besonders reizvoller Open Air- Veranstaltungsort dazugewonnen.
Und wie jedes Jahr bespielt „Glatt&Verkehrt“ auch an einem Abend den idyllischen Schlosshof in Spitz im Rahmen des traditionellen Marillenkirtags. 2010 sogar erstmals mit zwei Konzertabenden.
Abwechslung und Schwerpunkte
Bis 2008 wurde an drei der fünf Hauptprogramm-Tage größtmögliche Abwechslung geboten. Die anderen zwei Tage waren mit Schwerpunkten versehen: Der Donnerstag wurde bislang mit Themen wie „Flamenco“, „Al Oud – eine Arabische Nacht“, „Portugal“, „Zentralasien“ etc. gestaltet.
Das große Publikumsinteresse an den Thementagen hat die Kuratoren veranlasst, seit 2009 sogar alle fünf Tage unter geographische bzw. stilistische Themenschwerpunkte zu stellen.