Samstag 24. 07. | Klangraum Krems Minoritenkirche

Erwin Steinhauer liest H.C. Artmann - "Dracula, Dracula" | Österreich

ERWIN STEINHAUER | Stimme GEORG GRAF | Saxofon; PETER ROSMANITH | Schlagzeug

Der Wiener Mandelbaum Verlag gibt seit einigen Jahren Hörbücher der feinsten Sorte heraus. Eines der erfolgreichsten darunter, und auch hervorragend für die Bühne geeignet, ist diese Produktion hier: die 1966 erstmals erschienene Version des Dracula-Stoffes von Artmann. Dieser „treibt das Klischee mit dem Klischee selber aus.“ (Mandelbaum Verlag) Das bedeutet: Es geht hier nicht schaurig zu, sondern schaurigst, in der Überhöhung aller Ingredienzien des grausigen Sujets. Erwin Steinhauer ist Johann Adderley Bancroft, der junge englische Adelige, der sich nach Transsylvanien aufmacht; Steinhauer ist der nuschelnde Diener des Grafen, ist der einäugige Postläufer, ist der Graf selbst und ist auch Bancrofts Verlobte Edwarda Cornwallis. In aller Artmann´schen Meisterschaft des Absurd-Witzigen findet er Gelegenheit, tatsächlich thrillerartige Spannung aufkommen zu lassen. „Bei guten Texten sehe ich nicht Sätze in meinem Kopf, ich sehe Bilder, ich sehe Menschen.“ (E. Steinhauer) Artmann ist Weltliteratur. Die passende Weltmusik dazu kommt von Peter Rosmanith & Georg Graf: Sie entwerfen ein Panorama südosteuropäischer Klänge, ein imaginäres Transsylvanien. Ein Saxofon gibt unheimliche Töne von sich, pulsierende, düster gefärbte Klänge, die eine rasante Zugfahrt und gleichzeitig ein angstvoll schlagendes Herz symbolisieren. Die Trommel schlägt einen Dreier-Takt, zu dem der Graf elegant Walzer tanzen könnte oder aber verzweifelte Gefangene an die Tür ihrer Verliese hämmern. Und der Kaffee, den der Graf serviert, schmeckt leicht salzig ...

„drakula, du schlimmer / komm nicht auf mein zimmer / tu mama nicht schrecken / nicht uns kinder necken / bleib’ bloß schön zu haus’/ bei der flebebermaus.“

www.erwinsteinhauer.at

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